Musikkritik, Videokritik – Supermond, die neue Single von Erdmöbel

In der Astronomie ist der „Supermond“ kein anerkannter Begriff und es gibt keine offizielle Definition. Der Astrologe Richard Nolle prägte ihn in den späten 70er Jahren und beschrieb damit einen Voll- oder Neumond, der sich auf seiner Umlaufbahn um die Erde, am oder nahe beim erdnächsten Punkt befindet. Wenn es einmal keinen „Blutmond“ gibt, greifen die Medien auf den Supermond zurück, wenn sie uns das Weltall näher bringen wollen.

Etwas sperrig kommt der neue Song der Erdmöbel als Vorbote des im Mai erscheinenden, neuen, Albums der Band mit einem jazzigen Stakkato im Rhythmus von Gedankenassoziationen im Text, auf den Track. Stilmittel, wie in einigen Songs von Erdmöbel, ein leichter Vocoder Einsatz für Markus Berges Stimme. Eine Aneinanderreihung von Ideenschnipseln wird vorgetragen. Mal ist es Frühling, mal gibt es Schnee im Winter. Genauso „verschroben“ klingt irgendwie die Bassline und auch die Drums nehmen zunächst holprig, ordentlich Fahrt auf. Je häufiger ich den Song allerdings höre, möchte ich mitsingen, statt „Supermond“, „Superman“ mitsingen, auf dass er unsere Gesellschaft und den ganzen Mist rettet. Der Song wirkt.

Im Video treten die Bandmitglieder zeitweise maskiert mit einer ernsten Traumnovellen, Halbmond Maske, in einem weiten Park auf, um letztendlich dem immer näher kommenden Supermond Platz zu machen und aus dem Nichts zu verschwinden. Lediglich der Drummer der Band hatte sich bis dahin vervielfältigt.

Je häufiger ich den Song höre, desto mehr zerstreut er mich, gefällt er mir, denn ich kann persönlich mit diesen Schnipseln aus Gedankenimpulsen etwas anfangen. Es führt mich irgendwie weg vom Mainstream der Netflix Serien und von Bildzeitungsschlagzeilen. Sehr toll.

erdmöbel: supermond

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